Fehlerprüfung mit Wirbelstrom
Die Wirbelstromprüfung dient dazu:
Inhomogenitäten und Fehlstellen aller Art aufzufinden, und zwar vorwiegend im oberflächennahen Bereich von   Prüfteilen. Dazu gehören alle elektrisch leitfähigen Materialien.
Die Wirbelstromprüfung ist eines der „großen“ zerstörungsfreien Prüfverfahren mit starkem Wachstum. Das hat seinen Grund darin, dass dieses Prüfverfahren berührungslos und schnell arbeiten kann, sehr zuverlässig ist, keine Verbrauchsmittel benötigt und gute Dokumentationsmöglichkeiten bietet. Die Bewertung von Prüfergebnissen erfolgt typischerweise durch Interpretation der elektrischen Messsignale, die durch das Prüfgerät am Bildschirm ermittelt wird. Dadurch ist das Verfahren gerade auch für Prüfaufgaben in Produktionsprozessen sehr gut automatisierbar.


Anwendungsbereiche für Wirbelstrom-Prüfverfahren:
Die Anwendungsmöglichkeiten für Wirbelstrom-Prüfverfahren sind sehr vielfältig. Die Frage, inwieweit in jedem Fall eine erfolgreiche Lösung der Aufgabenstellung möglich ist, hängt von vielen Randbedingungen ab, die im Einzelfall abgeklärt werden müssen.

1) Fehlerprüfung:
Die Fehlerprüfung ist der eigentliche Gegenstand dieser Informationsschrift.
Zum Auffinden von Fehlern an der Oberfläche oder nahe der Oberfläche von Prüfmaterialien. Als Fehler werden allgemein Mängel des Prüfmaterials bezeichnet, die seine Gebrauchstüchtigkeit beeinträchtigen, z.B.
-         Risse, Löcher, Lunker, Poren, Materialtrennungen und ähnliches

2) Sortierprüfung:
Zur Sortierung von Prüfteilen und Werkstoffen nach physikalischen und werkstoffspezifischen Eigenschaften wie z.B.
-         Härte, Zugfestigkeit, Einhärtetiefen, Schleifbrand und andere

3) Schichtdickenmessung: (im ELOTEST B300 integriert)
Dabei kann es sich um Lacke oder metallische Beschichtungen von Prüfgegenständen oder um die Dicke der Prüfgegenstände handeln.

4) Leitfähigkeitsmessung:(im ELOTEST B300 integriert)
Die Leitfähigkeit von Prüfgegenständen kann als Werkstoffeigenschaft selbst von Interesse sein oder aber ein wichtiges indirektes Sortierkriterium für Werkstoffparameter wie z.B. die Festigkeit vergüteter Aluminium-Legierungen.

Funktionsprinzip der Wirbelstromprüfung
Um einen elektrischer Leiter, der von einem Wechselstrom durchflossen wird bildet sich ein Magnetfeld aus, dessen Magnetfeldlinien senkrecht zur Fliessrichtung des erzeugenden Stroms stehen (rechte Hand- Regel). Die Richtung der Magnetfeldlinien ändert sich mit der Frequenz des Wechselstroms. Wenn durch die Feldwicklung einer Spule ein Wechselstrom geleitet wird, entsteht ein Magnetfeld in und ausserhalb der Spule.
 


Der Stromdurchflossener Leiter (Spule) des Wirbelstromsensors  erzeugt ein Magnetfeld, das in das zu prüfende Teil induziert wird. Dieses induzierte Magnetfeld erzeugt einen Wirbelstrom, der ebenfalls ein Magnetfeld erzeugt. Diese sekundäre Magnetfeld übt eine Art Rückkopplung auf das Erregerfeld aus.

Dieser Rückkoppeleffekt wird am Bildschirm graphisch dargestellt. Die Form und Stärke des Magnetfelds kann durch die Geometrie der Spule beeinflusst werden.

 Hier ein Beispiel für die Rissprüfung:

Signaldarstellung Grundrauschen
 

Wird der Wirbelstrom durch eine Änderung der Materialeigenschaft (hier Riss) in genügend großem Maß geändert bzw. gestört, so wird dies entsprechend am Bildschirm angezeigt.


Signaldarstellung Riss